Gelder für Eritrea?
Die katholische Kirche in Eritrea setzt zur Verbesserung der Menschenrechtslage auf die Hilfe Deutschlands. Die jahrelange Isolation des ostafrikanischen Staates habe nichts gebracht, nun sei es an der Zeit, es mit einem Dialog zu versuchen. Dieser Überzeugung ist Misereor-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon, der gemeinsam mit Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) nach Eritrea reiste. Müller ist der erste europäische Spitzenpolitiker seit zwanzig Jahren, der die Militärdiktatur besuchte. Er machte Reformen bei den Menschenrechten zur Bedingung für eine Zusammenarbeit. Der Minister kritisierte den unbefristeten Militärdienst, den Hauptfluchtgrund für Eritreer. Das Land zählt zu den ärmsten der Welt; rund 5000 Menschen verlassen es jeden Monat. «Die Hoffnung, die die Kirche an den Besuch Müllers knüpft, ist, dass die Abschottung durchbrochen werden kann«, sagt Bröckelmann-Simon. Aus Eritrea stammen die meisten der afrikanischen Flüchtlinge in Deutschland. Allerdings macht auch die katholische Kirche deutlich, dass die Zusammenarbeit nicht bedingungslos sein darf: «Wir dürfen nicht unsere Werte verkaufen, um eine Kooperation in der Flüchtlingsfrage zu erzielen.«
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