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Pro und Contra
»Mein Kampf« – Neudruck stoppen?

Siebzig Jahre nach dem Tod von Adolf Hitler ist in München kürzlich eine Neuausgabe seines Buches »Mein Kampf« vorgestellt worden – als kommentierte kritische Edition. Ermöglicht diese Neuauflage eine Auseinandersetzung über die NS-Zeit? Oder birgt sie eine Gefahr für die Demokratie?
vom 15.01.2016
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Ja, denn die Rechten wittern ihre Chance, das Buch zu puschen

Ich sehe gar keine Notwendigkeit für diesen Neudruck. Was soll er bringen? In Bibliotheken ist das Buch ohnehin zugänglich für die wissenschaftliche Arbeit. Im Internet sowieso. Was ich jetzt fürchte: dass in den Bestsellerlisten auf einmal der Titel ganz oben steht: »Hitler – mein Kampf«. Denn ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Rechtsradikalen, insbesondere die Rechten, die viel Geld haben, die Chance nutzen, ganze Auflagen aufzukaufen, um Adolf Hitler nach oben zu puschen. Da ist es völlig egal, ob da noch später der Hinweis kommt, dass es sich um eine kommentierte Neuauflage des Instituts für Zeitgeschichte in München handelt. Wir sind eine Mediengesellschaft. Das hat doch eine furchtbare Wirkung. Das ist gerade so, als ob man wieder in die 1930er-Jahre versetzt wird. Dabei sind wir doch weiter!

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