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Drei Fragen

von Brigitte Darenrecht vom 12.01.2018
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Ich wurde im Jahre 1946 geboren und gehörte damit im damaligen Sprachgebrauch zu den »Nachkriegskindern«. Meine Mutter erlebte als junge Frau in Todesangst Bombenangriffe in Bunkern. Zeitlebens konnte sie sich nicht in Zimmern mit Milchglasscheiben oder vergitterten Fenstern aufhalten. Jahrzehntelang erlebte ich sie als fröhlich, lebenstüchtig und herzlich. Aber im Alter und in der Demenz litt sie unter Angstpsychosen. Mein Vater kam schwer kriegsbeschädigt aus dem Krieg zurück. Er war humorvoll, lebensfroh, mutig und weitsichtig. Auch er litt im Alter an Angstzuständen. Erst mit etwa vierzig Jahren habe ich bewusst wahrgenommen, dass ich durch eine unbestimmte Angst am Leben gehindert wurde. Wie in konzentrischen Kreisen habe ich diese Angst in unterschiedlichen Facetten und Intensitätsstufen immer mehr anschauen können. Das war aber nur möglich mit professioneller Hilfe durch geistliche Begleitung, Exerzitien, die Methoden einer geistlichen Gemeinschaft und durch die Weiterentwicklung meines Glaubens, den ich heute als »Lebenshilfe pur« empfinde. Jetzt, in meinem eigenen Alter, beschäftigen mich drei Fragen: Inwieweit habe ich diese Angst unbewusst an meine Tochter weitergegeben? Wird mich diese Angst vor allem und jedem im zunehmenden Alter oder in der Demenz wieder einholen? Werde ich meine Glaubenserfahrungen, die ich im Erwachsenenalter gemacht habe, einfach vergessen?

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