Hingabe an die beseelte Welt
Als der Jesuit Pierre Teilhard de Chardin 1921 am Institut catholique in Paris eine Professur für Geologie übernahm, war ihm klar, wie gefährdet er war. Zwar lehrte er Geologie, doch musste er immer wieder auch zu theologischen Fragen Stellung nehmen. Und die traditionellen Begriffe von Schöpfung, Wunder, Erbsünde, Auferstehung konnte er als Naturwissenschaftler nur mit Mühe akzeptieren. »Es ist an der Zeit, dass wir erkennen, dass jegliche zufriedenstellende Interpretation des Universums ... sowohl die Innen- als auch die Außenseite der Dinge umfassen muss – sowohl Geist als auch Materie.« Weil er nicht hinnehmen wollte, dass die Kirche die Masse der Gläubigen dem Aberglauben überließ, rang er um neue Begriffe, um eine Alternative zum anthropomorphen Bild eines Schöpfergottes, der den Menschen und alle Dinge formt wie an der Töpferscheibe. Stattdessen stellte Teilhard die These auf, dass »Gott die Dinge weniger ›schafft‹, als dass er sie sich schaffen lässt«. Ihm war klar, dass ihm dies den Ruf eines Häretikers und Pantheisten einbringen würden. Und so geschah es. Seine Professur konnte er nicht lange ausüben. Er verließ Frankreich, um an geologischen und botanischen Expeditionen teilzunehmen.
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