»Ich kann doch nicht nichts tun«
»Yesh Din« bedeutet auf Hebräisch: Es gibt ein Recht. Das treibt mich an, deshalb habe ich die israelische Menschenrechtsorganisation Yesh Din 2005 mitgegründet. Wir setzen uns ein gegen Gewalt von jüdischen Siedlern gegenüber Palästinensern, Landraub und Gewalt durch israelische Sicherheitskräfte. Auf juristischem Wege. Einmal in der Woche fahre ich in die besetzten Gebiete. Bei einem Glas Tee erzählen mir Palästinenser, was vorgefallen ist. Neulich etwa haben Siedler nachts auf die Zelte von Beduinen Steine geworfen. Häufig gehe ich mit dem Betroffenen zu einer Polizeistation, um Anzeige zu erstatten. Alleine können die Palästinenser dort oft nicht hin, weil viele Polizeistationen in den jüdischen Siedlungen liegen und sie diese nicht betreten dürfen. Natürlich werden sie auch ganz anders behandelt, wenn ich als Israelin dabei bin.
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Yehudit Elkana, geboren 1935, ist pensionierte Physikochemikerin. Sie ist Witwe, Mutter von vier Kindern und hat zehn Enkelkinder. Sie lebt in Jerusalem.
