Gegen schleichende Gewöhnung an AfD
Immer mehr Menschen und Initiativen setzen sich gegen eine schleichende Normalisierung der fremdenfeindlichen Positionen der AfD zur Wehr. Sie machen deutlich, dass sie sich nicht mit Rassismus abfinden wollen. So auch im thüringischen Sonneberg. Dort lehnte die von der Sonneberger Diakonie betriebene Tafel eine Spende des Südthüringer AfD-Bundestagsabgeordneten Anton Friesen ab. Der habe der Tafel bei einem offiziellen Besuch im Dezember hundert Euro übergeben, bestätigte der Tafelvorstandsvorsitzende Wolfgang Krauß. Da Friesen nicht als Privatperson gehandelt habe und man die Auffassungen der AfD in vielen Punkten nicht teile, sei im Vorstand beschlossen worden, das Geld an den Parlamentarier zurückzuschicken, sagte der Superintendent. »Das Menschenbild von Diakonie und Kirche ist nicht mit dem der AfD vereinbar, wir grenzen uns klar davon ab.« Das gelte besonders für die Flüchtlingspolitik, unterstrich Krauß. Geflüchtete Menschen seien nicht nur Kunden der Tafel, sie arbeiteten in Sonneberg auch in der Ausgabestelle von Lebensmitteln an Bedürftige mit. Deutlichstes Zeichen für die Zustimmung zu der Entscheidung sei die Bereitschaft vieler Menschen, der Sonneberger Tafel die entgangene Spende zu ersetzen. Bislang seien so bereits rund 2700 Euro zusammengekommen; ein Vielfaches dessen, was sonst um diese Zeit gespendet werde.
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