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Alpengletscher als Klimazeugen

von Andrea Teupke vom 17.01.2020
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Bildband. Thomas Ender (1793 bis 1875) war »Kammermaler« in Erzherzog Johanns Diensten und malte fast fotorealistisch anmutende Ansichten der Alpen. Wie viele Künstler seiner Zeit war er fasziniert von der Welt der Gletscher. Seine Gemälde mit ihren eisigen Blau- und Grüntönen zeigen bizarre Landschaften, die heute nicht mehr zu erleben sind – die Erderwärmung hat das scheinbar ewige Eis mit seinen tiefen Spalten und dramatischen Abbrüchen schmelzen lassen. Für den prächtigen Bildband »Gletscher« hat Gernot Patzelt zahlreiche Werke von Thomas Ender und anderen Landschaftsmalern zusammengetragen. Den historischen Gletscherbildern sind aktuelle Fotografien gegenübergestellt, an denen sich die tiefgreifende Veränderung der Landschaft infolge des Klimawandels ablesen lässt. Dennoch ist das Buch weniger emotional als sachlich-informativ geraten: Patzelt leitete ein Vierteljahrhundert lang, von 1980 bis 2004, das Institut für Hochgebirgsforschung der Universität Innsbruck. Die Ergebnisse seiner jahrzehntelangen Forschung hat der Geograf nun akribisch zusammengefasst. Wer mag, kann sich somit anhand vieler Daten und Tabellen in die Entwicklung der vergangenen 8000 Jahre vertiefen – und wer sich lediglich für Malerei interessiert, findet in dem Band genügend Bilder, die staunen machen.

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