Angriff auf liberale Hochschule
Sie waren vermummt und bewaffnet, als sie auf den Campus der Jawaharlal-Nehru-Universität in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi vordrangen. Vermutlich waren es Hindunationalisten, die dort brutal mit Eisenstangen, Knüppeln und Steinen auf Studenten und Dozenten einschlugen. Knapp vierzig Menschen wurden verletzt, Autos und Mobiliar zerstört. Obwohl die Universitätsleitung die Polizei um Hilfe bat, griff diese erst nach drei Stunden ein, um den Mob zu stoppen. Nach dem Überfall auf die Elite-Uni ist es zu Protesten in ganz Indien gekommen. In Mumbai, Kolkata, Hyderabad, Pune, Bangalore und Aligarh kamen Studenten zu Solidaritätskundgebungen für ihre angegriffenen Kommilitonen zusammen. Die Studentenvertretung der Universität machte einen hindu-radikalen Studentenverband für die Taten verantwortlich. Die Regierung hingegen beschuldigte linke Aktivisten. Die als liberal geltende Uni spielte im Dezember eine führende Rolle bei den landesweiten Protesten gegen das umstrittene Staatsbürgerschaftsgesetz der hindunationalistischen Regierung unter Ministerpräsident Narendra Modi. Das Gesetz sieht vor, nicht-muslimischen Einwanderern aus den Nachbarländern Pakistan, Bangladesch und Afghanistan die indische Staatsbürgerschaft zu gewähren. Kritiker sprechen von einem Verrat an der indischen Verfassung, die keine Religion bevorzugt. Bei den Protesten sind bereits mehr als zwei Dutzend Menschen ums Leben gekommen.
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