Karl Rahner, neu gelesen
»Das Konzil und alle nachkonziliare, ungeheurere, notwendige Reformarbeit sind nur Dienst und Vorbereitung. Dieser Dienst zielt im Grunde nicht auf die Selbstbehauptung der Kirche in der Zukunft, sondern er zielt in und nach dem Konzil auf die wahre Unendlichkeit des Menschen und vor allem auf die Ankunft des Reiches Gottes, will ganz einfach: Glaube, Hoffnung und Liebe. Diesem ganz Einfachen und Unendlichen gegenüber, das vom Anbeginn der Geschichte im Herzen der Menschen lebt, das selbst wiederum der Sinn aller Geschichte und der Inhalt ihres Ertrags und der Ewigkeit ist, ist alles, was auf einem Konzil geschah und aus ihm entsteht, absolut zweitrangig. Alle subtile Theologie, alles Dogma, alles Kirchenrecht, alle Anpassung und alles Nein der Kirche, alle Institution, alles Amt und alle Vormacht, alle heilige Liturgie und alle mutige Mission haben nur das einzige Ziel: Glaube, Hoffnung und Liebe zu Gott und den Menschen. Alle anderen Pläne und Taten der Kirche aber würden absurd und pervers, wollten sie sich dieser Aufgabe entziehen und allein sich selbst suchen. Auch ein Konzil sucht das Herz, das glaubend, hoffend und liebend sich loslässt und sich dem Geheimnis Gottes übergibt. Sonst wäre es ein gräuliches Theater und eine Selbstvergötzung des Menschen oder der Kirche.«
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Synodaler Weg