Wo wünschen hilft und Wunder geschehen
Märchen. Marlen Haushofer kann sagenhaft erzählen. Ihr Hauptwerk »Die Wand« (1963) ist einer der wenigen Romane, die nicht altern. Schließlich geht es darin um aktuelle Themen: um die bedrohte Natur, um eine Frau, die nicht heimisch geworden ist unter den Menschen, und um die Beseeltheit von Tieren. Auch Haushofers Märchen-Trilogie, die nun anlässlich ihres fünfzigsten Todestages im März wiederaufgelegt wurde, handelt von diesen Themen. »Das Waldmädchen« lebt einsam unter seinen geliebten Tieren, als es bei einem Ausritt vom König entdeckt wird. Er nimmt es zur Frau. Aber im Palast ist das Waldmädchen unglücklich. Erst als es einen schönen Knaben zur Welt bringt, dessen Küsse »wie die Waldhimbeeren duften«, fühlt es sich an der Seite des Königs daheim. Im zweiten Märchen geht es ebenfalls ums Heimischwerden. »Ich bin krank geworden. Ich habe zu lange bei den Menschen gelebt«, sagt eine Nixe zum Müller und gibt ihm ihr Kind, das sie daran hindert, wieder bei den Ihren unter Wasser zu leben. Noch zwei Mal wendet sich das Schicksal des »Nixenkinds«, findet aber schließlich ein gutes Ende.
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