Reformen mit Zukunft?
Angelika Greim-Harland lebt in einer der schönsten Gegenden Deutschlands, an einem idyllischen Ort zumal: im Pfarrhaus der frühmittelalterlichen Oberkirche von Arnstadt in Thüringen. Zum Pfarrhof gehören ein Brunnen und ein Innenhof mit uralten Bäumen. Gleich nebenan der historische Markt mit restaurierten Fachwerkhäusern. Arnstadt, eine der drei ältesten Städte Deutschlands, ist nicht nur das Tor zum Thüringer Wald. Es ist auch die erste Wirkungsstätte von Johann Sebastian Bach. Das alljährliche Bach-Festival erinnert daran. Es findet in der gleichnamigen Kirche statt. Sie ist eine von 99 Kirchen für 20 800 evangelische Christinnen und Christen, für die die evangelische Theologin und zweifache Mutter Verantwortung trägt: Sie ist Superintendentin von Arnstadt-Ilmenau. In ihrem Alltag hat sich inzwischen einiges verändert. Der Grund ist die Vereinigung ihrer Thüringer Kirche mit der benachbarten Kirchenprovinz Sachsen. »Wir haben etwas größere Spielräume, aber der Verwaltungsaufwand ist auch viel größer geworden«, sagt sie. Der Grund: In der Mitteldeutschen Kirche werden die Pfarrer der einstigen Evangelischen Kirche in Thüringen zwar durch das Kirchenamt angestellt, für die Stellenbesetzung verantwortlich sind aber die Kirchenkreise. In der Kirchenprovinz Sachsen war das schon immer so. Das bringt größeren bürokratischen Aufwand mit sich und will durch das bestehende Personal bewältigt sein.
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