Die Welt als Kampfplatz statt als Heimat
Die gängige Deutungskette des Rechtspopulismus weist eine entscheidende Lücke auf: Warum sollte die Antwort auf sozioökonomische Verluste oder kulturelle Entfremdung ausgerechnet in einer autoritären Reaktion liegen? Muss jemand, der oder die sich ausgeschlossen fühlt, deshalb andere ausschließen? Viele »Modernisierungsverlierer« können der Verlockung von rechts ja offenbar problemlos widerstehen. Umgekehrt begegnen einem auf der autoritär-rechten Seite viele Leute, die eindeutig nicht zu den Verlierern zählen. Warum bleiben die rechten Ideen bei manchen haften, bei anderen aber nicht – bei identischen äußeren Einflüssen?
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Herbert Renz-Polster, geboren 1960, ist Kinderarzt, Wissenschaftler und Autor. 2009 veröffentlichte er den Bestseller »Kinder verstehen«. Zuletzt erschien sein Buch »Erziehung prägt Gesinnung. Wie der weltweite Rechtsruck entstehen konnte – und wie wir ihn aufhalten können«. (Kösel. München 2019. 320 Seiten. 20 €)
