Personen und Konflikte
Gudrun Krämer, emeritierte Islamwissenschaftlerin von der Freien Universität Berlin, sprach sich dagegen aus, mit dem Begriff »politischer Islam« eine demokratiefeindliche Position zu verbinden. Es sei legitim, islamische Argumente in die Politik einzubringen. »Wenn wir eine Christlich-soziale Union haben, kann ich nicht einsehen, warum wir nicht gegebenenfalls eine jüdisch-demokratische oder eine muslimisch-demokratische Partei haben sollten«, so Krämer. In Österreich hat die Bundesregierung vor einigen Monaten eine »Dokumentationsstelle Politischer Islam« ins Leben gerufen. Deren Leiterin, die Politologin Lisa Fellhofer, sieht im »politischen Islam« eine »Herrschaftsideologie«, die versuche, Staat und Gesellschaft anhand von Werten zu beeinflussen, die gegen Menschenrechte und Demokratie gerichtet seien.
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