Solidarische Frauen
Kino. Die Tragödie der zumeist muslimischen Rohingya in Myanmar, laut Uno die am stärksten verfolgte Minderheit der Welt, ist mittlerweile fast ganz aus den Nachrichten verschwunden. Seit 1982 gelten die Rohingya als staatenlos. 2016 begann das Militär mit einer »ethnischen Säuberung«, bei der eine Million Rohingya nach Bangladesch flohen und Zehntausende getötet wurden. Dieser Dokumentarfilm zeigt aus nächster Nähe die Situation der Zurückgebliebenen am Rande der Gesellschaft. Im Zentrum der sich über sechs Jahre erstreckenden Langzeitbeobachtung, die mit Bildern des Militärputsches von 2021 endet, stehen zwei Frauen: die buddhistische Hebamme Hla und ihre Helferin, die muslimische Rohingya Nyo Nyo. Hla betreibt ihre provisorisch anmutende Krankenstation in einem Dorf im Bundesstaat Rakhaing an der Westküste von Myanmar. Ihre Assistentin hilft als Dolmetscherin für muslimische Schwangere aus. Hla ist die einzige Heilkundige, die diese Patientinnen aufnimmt, und wird deshalb angefeindet und bedroht. Um deren medizinische Versorgung weiterhin sicherzustellen, ermutigt sie Nyo Nyo dazu, sich zur Hebamme weiterzubilden. Diese träumt davon, in die Großstadt Rangun und zu ihrer Schwester zu ziehen, eine »moderne Frau« zu werden. Als sie aber zum dritten Mal schwanger wird, muss sie ihren Plan aufgeben. Nun versucht sie, mithilfe einer Kooperative mit anderen Rohingya-Frauen, die ihre Ersparnisse investieren, sowie EU-Fördergeldern ihre eigene Klinik aufzubauen. Hla betrachtet die Anstrengungen ihrer einstigen Helferin mit gemischten Gefühlen und lässt sich gar zur herabwürdigenden Bezeichnung »Kalar« (Farbige) hinreißen.
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