Kuba nach der Venezuela-Krise
Revolution mit Pflegebedarf
Alberto Casanoba Gutiérrez sitzt im Türrahmen seines verwitterten Holzhauses in der kubanischen Stadt Cárdenas und blickt die Straße hinunter. Der 73-jährige ehemalige Koch wartet auf die Krankenschwester Maribel Domínguez, die ein- bis zweimal pro Woche vorbeikommt. Cárdenas, rund 150 Kilometer von Havanna entfernt und nur ein paar Kilometer vom Tourismushotspot Varadero, gehört zu den heruntergekommenen Städten der Insel. Die Fassaden vieler Häuser bröckeln, manchmal fehlt sogar ein Dach. Abwasser steht in den Rinnen, auch vor Gutiérrez’ Eingang. In den Türrahmen hat er seinen Rollstuhl manövriert. 2019 verlor er wegen Diabetes erst den Fuß, dann das Bein. »Ohne das CCRD wäre ich aufgeschmissen«, sagt er. Das soziale Hilfswerk Centro Cristiano de Reflexión y Diálogo wird auch von deutschen Partnern unterstützt. Maribel Domínguez gehört ihm an; die 59-Jährige bringt Gutiérrez Essen, Kleidung, frische Wäsche – und etwas, das in Kuba rar geworden ist: Verlässlichkeit.
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Knut Henkel bereist seit vielen Jahren die Länder Lateinamerikas und berichtet von dort.

