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Das wahre Leben im falschen

von Birgit Roschy vom 14.02.2020
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Kino. Isabelle steht ständig unter Dampf. Die Fünfzigjährige engagiert sich in einem Sozialzentrum, wo sie Migranten und Analphabeten Sprachunterricht gibt. Sie organisiert auch Kleiderspenden für ein Obdachlosencamp, ungeachtet der Proteste ihrer Teenagertochter, die sich über verschwundene Klamotten beschwert. Die Probleme von Kindern und Ehemann spielen für Isabelle kaum eine Rolle, umso mehr aber die neue Sprachpädagogin Elke, die ihr Schüler abspenstig macht. Um mit der scheinbar perfekten Deutschen gleichzuziehen, will Isabelle ihren Schützlingen Fahrstunden vermitteln und gerät dabei erst recht auf Konfrontationskurs mit ihrer Umwelt. In dieser quirligen Tragikomödie wird ohne Häme eine Frau mit Helfersyndrom porträtiert, die versucht, das wahre Leben im falschen zu führen. Man lacht nicht über die Weltretterin, die trotz innerer Widersprüche das Herz am rechten Fleck hat, sondern über die hilflosen Reaktionen anderer auf Isabelles Hypermoral. Und freut sich besonders, dass ein Frauencharakter – die wunderbare Agnès Jaoui – in all seiner Widersprüchlichkeit zur Geltung kommen darf.

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