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Spirituelle Musik zwischen Kalifornien und Iran

von Stefan Franzen vom 14.02.2020
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Musik und Poesie. Man kann »Placeless«, den Titel dieses großartigen Albums, auf dreierlei Arten verstehen: Das Kronos Quartet aus San Francisco hat seit 1973 mit Hunderten von Kooperationen gezeigt, dass es überall auf der Welt zu Hause ist, eine »Ortlosigkeit« im besten Sinne also. Gleichzeitig hat ihr Teamwork mit den beiden persischen Schwestern Mahsa und Marjan Vahdat auch aktuelle Brisanz: Sängerinnen wie sie dürfen aufgrund der Moralvorstellungen des Mullah-Regimes im Iran seit vierzig Jahren ihre Stimmen nicht solistisch erheben. Währenddessen lässt US-Präsident Donald Trump den führenden General des Irans ermorden und überzieht das Land mit Sanktionen, was selbstverständlich auch die Kulturschaffenden hart trifft: »Placeless« steht also auch für die Heimatlosigkeit von Musikern, die zerrieben werden zwischen zwei menschenverachtenden Systemen.

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