Personen und Konflikte
Regina Elsner, Münsteraner Professorin für Ostkirchenkunde und Ökumenik, hat das Nihil-Obstat-Verfahren zur Erlangung der amtskirchlichen Lehrerlaubnis als kirchlichen Machtmissbrauch bezeichnet. In einem Erfahrungsbericht über die 13 Monate zwischen ihrem Ruf an die Universität Münster und ihrer Ernennung zur Professorin beklagt sie die »absolute Intransparenz der Entscheidungsprozesse«. Das »Ausgeliefertsein auf unbestimmte Zeit, die Zweifel an der eigenen Eignung, die permanente Selbstzensur« hinterließen tiefe Spuren. Durch das Verfahren könnten missliebige Theologien aussortiert und hochqualifizierte Wissenschaftler erpresst werden. Eine Studie des Forums katholischer Theologinnen »Agenda« und des Bochumer Zentrums für angewandte Pastoralforschung bestätigt Elsners Kritik. 39 Prozent der Theologieprofessoren im deutschsprachigen Raum beteiligten sich an der Studie, der zufolge das Nihil-Obstat-Verfahren Theologen in ihrer wissenschaftlichen Arbeit einschränkt. Gunda Werner, Vorsitzende von Agenda, sagte, »die ›Black Box‹ des Verfahrens« habe sich »in das kulturelle Gedächtnis der akademischen katholischen Theologie festgesetzt«.
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