Leserbrief
Thomas entzaubern
Zu: »Der verwechselbare Gott« (1/2025, Seite 38-39)
Wir werden den »biblischen Gott«, den Thomas Ruster gegen den »metaphysischen Gott« ausspielt, nicht anders als in der Auseinandersetzung mit dem Erbe unserer »Väter« finden. Die Bemühungen des von mir sehr geschätzten Dogmatikers, das durch die Vermittlung des kirchlichen Lehramts monströs verzerrte System des Thomas von Aquin zu entzaubern, ist aller Ehren wert. Aber Ruster schüttet meines Erachtens das Kind mit dem Bade aus. Er misst den Aquinaten an den Plausibilitätsstrukturen, die sich seit Descartes’ methodischem Zweifel etabliert haben – und wird ihm dadurch nicht gerecht.
Norbert Höfer, Köln

