Schlecht und teuer
Eine Fahrt von einem Frankfurter Vorort in die Innenstadt und zurück – Entfernung einfach etwa zwanzig Kilometer – kostet für zwei Personen 16,40 Euro. Für einen Ausflug nach Mainz – Entfernung etwa fünfzig Kilometer – werden 32,80 Euro fällig, der Fahrpreis für Kinder nicht mitgerechnet. Für dieses Geld kann man in zentraler Lage lange parken, zumal viele Geschäfte sich an Parkkosten beteiligen, wenn man bei ihnen einkauft. Eine Studie der Zeit hat herausgefunden, dass die Preise für den Nahverkehr in Deutschland in den letzten zehn Jahren inflationsbereinigt um 13 Prozent, für Dauerkartenbesitzer sogar um 18 Prozent angestiegen sind, das Parken dagegen um 1,5 Prozent billiger geworden ist. Nun kann man einwenden, dass Autofahren unterm Strich immer noch teurer ist, wenn man Anschaffungskosten, Sprit, Reparaturen und Versicherung mit einrechnet. Das stimmt. Dennoch ist es eine verkehrspolitische Bankrotterklärung. Obwohl Städte im Feinstaub ersticken, unternimmt die Politik nichts. Als jedoch Autokonzerne Absatzprobleme hatten, wurden milliardenschwere Kaufanreize gesetzt – Stichwort Abwrackprämie. Welch eine Ironie!
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