Gesegnete Liebe
Mehr als 28 Millionen Rosen landen im Februar am Frankfurter Flughafen, ganz in der Nähe meines Wohnorts. Und das nur wegen des Valentinstags. Dagegen wirkt der schlichte Einladungsflyer zur Segensfeier für Liebende in der katholischen St.-Ursula-Kirche in Oberursel wohltuend nüchtern. Unter einem großen blassblauen Baum sitzen zwei Menschen, die sich umarmen. Valentinstag in der Kirche? Bei Liebe und Kirche denke ich erst einmal an den Gott der Liebe, der für mehr als nur zwei Menschen da ist. Und kann man in einer Kirche die Liebe feiern, die Geschiedenen oder Homosexuellen so oft den Segen über ihre Liebe verwehrt? In der Kirche brennen überall Kerzen. Einige Ecken der Kirche werden indirekt mit rotem Licht beleuchtet. Kurz überlege ich, ob diese Art der Beleuchtung nicht falsche Erwartungen weckt. Auf den Sitzbänken liegen rosa Papierherzen. Ein älteres Paar betritt die Kirche. Noch bevor sie sich einen Platz suchen, ruft der Mann: »Wir sind verliebt.« – »Das ist wunderbar«, ruft eine Frau aus dem Kirchraum zurück. Im Altarraum stehen zwei junge Sängerinnen, ganz ohne Mikro, sanft begleitet von einem Keyboard und einer Cajon.
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