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Opus-Dei-Bischof für Chur

von Wolf Südbeck-Baur vom 26.02.2021
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Joseph Bonnemains Ernennung zum neuen Bischof von Chur wurde überwiegend erleichtert kommentiert. Er sei ein dialogfähiger Seelsorger, der Brücken bauen und auf Menschen zugehen kann. Seine Mitgliedschaft im Opus Dei – die Personalprälatur versteht sich als »Stoßtruppe Gottes« – scheint kaum ins Gewicht zu fallen. Dieser weltkirchlich gewichtige Aspekt darf bei allem Wohlwollen für den 72-jährigen neuen Bischof nicht außer Acht gelassen werden. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern Johannes Paul II. und Benedikt XVI. war Papst Franziskus bei der Berufung von Opus-Dei-Priestern zu Bischöfen sehr zurückhaltend. 23 Opus-Dei-Bischöfe gab es bei seinem Amtsantritt, derzeit sind es – Bonnemain inklusive – nur noch 15. Insofern stärkt die Ernennung Bonnemains das weltkirchliche Netz des wohlhabenden, theologisch konservativen Opus Dei, auch wenn sie regional für die Schweizer Kirche nicht allzu bedeutsam sein dürfte. Global betrachtet ist diese Ernennung jedoch eine Aufwertung des Opus Dei, das nach einem Urteil des Schweizer Bundesgerichts als Geheimorganisation bezeichnet werden darf und kontinuierlich und beharrlich viel daran setzt, »an kirchliche Schaltstellen in Diözesen und Vatikan zu kommen«, wie Opus-Dei-Kenner Peter Hertel schreibt.

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