Kirchentag lehnt Palästinenser-Ausstellung ab
Eine Gruppe prominenter Christen um den ehemaligen Generalsekretär des Ökumenischen Kirchenrates Konrad Raiser kritisiert, dass die Ausstellung »Nakba – Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948« nicht auf dem evangelischen Kirchentag im Juni gezeigt werden soll. »Diese Ausstellung ist auf früheren Kirchentagen schon gezeigt worden. Angesichts der neuen, uns beunruhigenden Israel/Palästina-Krise halten wir es für wichtig, sie erneut zur Diskussion zu stellen«, heißt es in der Erklärung, die unter anderem von Ruth Misselwitz, Heino Falcke und Joachim Garstecki unterzeichnet ist. Beantragt hatte die Ausstellung der Verein »Flüchtlingskinder im Libanon«. Der Verein sei für den Markt der Möglichkeiten beim Kirchentag zugelassen, erklärte Kirchentags-Sprecherin Milena Vanini gegenüber Publik-Forum, aber mit der Einschränkung, dass die Ausstellung nicht gezeigt werde. Denn diese wähle eine bewusst einseitige Perspektive auf die Staatsgründung Israels. Als Veranstalter habe man die Erfahrung, »dass zugespitzte einseitige Darstellungen Diskussionsräume von Beginn an schließen.« Der Verein »Flüchtlingskinder im Libanon« will Verständnis für die Anliegen der Palästinenser wecken; dazu gehöre ein Wissen um Flucht und Vertreibung bei der Staatsgründung Israels (siehe Kommentar auf Seite 11).
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