Wie grün sind die Muslime?
Sonntagnachmittag in der Berlin-Kreuzberger DITIB-Moschee in der Wiener Straße: Zehn verschleierte Frauen mit einigen Kindern und einem alten Mann sitzen im Hinterhofsaal und lauschen einem Vortrag, wie sie ihn hier noch nie gehört haben. Die junge Studentin Yasemin Aydemir vom Yesil Çember, dem Grünen Kreis beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), gibt Tipps zum Energiesparen. Doch zunächst geht sie auf den eigenen Glauben ein. »Der Prophet hatte wenig Kleidung. Dass wir heute im Überfluss leben, ist nicht gut. Zum Beispiel gehen wir zu H&M und kaufen für vier Euro ein T-Shirt und wissen nicht, wo und wie das produziert wurde. Der Prophet sagt, dass wir bei der rituellen Waschung das Wasser nicht verschwenden sollen. Wir müssen Tiere mit Respekt behandeln und Fleisch nur mit Maßen verzehren«, trägt Aydemir in fließendem Türkisch vor. Gerade in vielen muslimischen Haushalten gelte in puncto Fleischverzehr die Maxime: viel und billig! Und bei überdurchschnittlich vielen türkischen und arabischen Kindern und Jugendlichen sei Übergewichtigkeit mittlerweile ein Dauerproblem.
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