Ukraine-Krieg
Mit Gott gegen den »Teufel Putin«
Am elften Kriegstag kann Pavlo Tsvok nicht mehr. Sein Blick ist leer, die Schultern hängen, seine Hände suchen Halt. Der junge, kräftige Pfarrer der ukrainischen griechisch-katholischen Allerheiligengemeinde in Hamburg und der Gemeinden in Schleswig-Holstein hat keine Kraft mehr. Dennoch begrüßt er die Gläubigen freundlich zum Sonntagsgottesdienst, dem zweiten in Kriegszeiten, spricht hier ein tröstendes Wort, berät dort mit anderen angespannt über Hilfstransporte in die von Putins Armee verwüstete Heimat und die Unterbringung von Geflüchteten. Dann schreitet er im feierlichen weißen Priestergewand zur Ikonostase, der mit Ikonen geschmückten Wand, die den Altar vom Kirchenraum trennt. Er öffnet den Vorhang, küsst den Altar, wendet sich zur Gemeinde, von der viele, besonders die Kinder, die Nationalfarben Blau-Gelb tragen, zögert einen Moment, schlägt das Kreuzzeichen und sagt auf Ukrainisch: »Friede sei mit Euch. In unserer Ukraine herrscht Krieg.«
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