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Die schwierige Bibel
Ist der Gott Abrahams ein Stammesgott?

Die Alttestamentlerin Dorothea Erbele-Küster über die Selbstvorstellung Gottes am brennenden Dornbusch.
vom 17.03.2024
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»Landschaft mit Moses und dem brennenden Dornbusch«, Gaspare Diziani, 1689–1767, zugeschrieben (Foto: pa/akg-images/Cameraphoto)
»Landschaft mit Moses und dem brennenden Dornbusch«, Gaspare Diziani, 1689–1767, zugeschrieben (Foto: pa/akg-images/Cameraphoto)

In der Frage schwingt ein negativer Beiklang mit: Ist JHWH, der Gott Abrahams, nur ein Stammesgott? Geht es also um einen Gott, der sich »nur« für die Nachkommen Abrahams interessiert? Vorab: Stammesgottheiten, die einen lokalen Einflussbereich haben, sind im altorientalischen Kontext eine gebräuchliche Gottesvorstellung. Für diejenigen, die diesen Text formuliert haben, liegt genau darin die Stärke: ein Gott, mit dem die Gruppe eine enge Beziehung pflegt, beziehungsweise ein Gott, der eine enge Beziehung zur Gruppe hat. Denn zu einer Stammesgesellschaft – das ist zunächst eine ethnologische und religionsgeschichtliche Beschreibungskategorie von nichtstädtischen Gesellschaften – gehört (mindestens) eine Stammesgottheit. Die Frage »Ist JHWH ein Stammesgott?« ist damit nicht nur eine Frage nach dem Gottesverständnis der alttestamentlichen Texte, sondern auch nach dem Gottesverhältnis der Menschengruppe und nach ihrer sozio-religiösen Organisation. Das antike Israel war in seiner Anfangsphase, der Eisenzeit, eine Gesellschaft aus Stämmen. Ein Stamm ist aus mehreren Familien und Sippen zusammengesetzt und teilt Religion, Kultur, Sprache und Wirtschaftsform.

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