Papstamt
Kommt Zeit, kommt Papst
Sie haben Kaiser gesalbt und Ketzer verbrannt. Sie riefen Kreuzzüge aus und versuchten sich als Friedensstifter. Sie waren Förderer von Wissenschaft und Kunst, aber auch erbitterte Feinde des Fortschritts und der Freiheit. Sie tragen hoheitliche Titel und verstehen sich doch als Diener. Das Papstamt ist voller Paradoxien, unveränderlich und doch erstaunlich anpassungsfähig. Vielleicht besteht seine Faszination gerade darin: dass es in unendlich vielen Metamorphosen auf den Wandel der Zeiten reagiert hat. Unter dem Titel »Papst & Zeit« hat der Politologe Otto Kallscheuer im vergangenen Jahr ein 900 Seiten starkes Werk (Matthes & Seitz, Berlin) vorgelegt, das essayistisch und humorvoll, gleichermaßen kundig wie wohlwollend einen Blick auf die älteste bekannte Institution der Welt wirft. Die Karl-Rahner-Akademie in Köln hatte daraufhin Fachleute aus der Exegese, der Dogmatik, der Politikwissenschaft und der Sozialethik zusammengebracht, um mit Kallscheuer zu diskutieren. Heraus kam ein kurzweiliges Symposion, das die Rolle auslotete, die ein Papst spielen könnte, und versuchte, sich der Frage zu nähern: (wofür) brauchen wir ihn?
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Papst Franziskus
