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Zarter Klang für seelenvolle Lyrik

von Stefan Franzen vom 27.03.2020
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Jazz. Sie verbinden improvisierte Musik und arabische Poesie: Damit dürfte das Quartett Masaa einzigartig in der deutschen Jazzszene sein. Auf ihrer vierten CD »Irade« (Willenskraft) haben sie sich vom Pianosound gelöst und beschreiten gemeinsam mit ihrem neuen Gitarristen neue, teils noch zartere Klangwelten. Berührend sind die bilderreichen Texte des im Libanon geborenen Sängers Rabih Lahoud: »Ein Zaun schützt die Menschen. Menschen schützen den Zaun. Er kommt, um Menschen zu berühren, um Menschen zu verwandeln. Dein Zaun ist klares Wasser, dein Zaun ist Licht und Schatten, und das ist alles Freude.« Lahoud ist unüberhörbar von dem US-libanesischen Philosophen Khalil Gibran beeinflusst, aber ebenso von den japanischen Haikus. Seine Stimme scheint zu glühen in einer ruhigen Hymne wie dem »Herzlicht«. »Lullaby For Jasu« berichtet vom Krieg, den Lahoud als Kind in Beirut erleben musste. »Averroes« beginnt eher filigran, bevor es dann in einen aufgekratzten Galopp mündet: Es ist dem Philosophen Ibn Ruschd gewidmet, der während der Blütezeit des Miteinanders der Volksgruppen und Religionen in Córdoba im maurischen Andalusien lebte.

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