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Leserbrief
Weltgebetstag

vom 23.05.2024
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Zu: »Beten unter Verdacht« (4/2024, Seite 11)

Die Texte für den Weltgebetstag waren schon lange fertig. Warum sollte daran etwas geändert werden? Wären die Texte beispielsweise aus Südafrika gewesen, hätte man dann etwas geändert? Hätte man dann auch gefordert, dass für die Juden gebetet würde? Ich glaube nicht. Palästinenserinnen sind nicht für die Shoa verantwortlich. Ich finde es nicht hinnehmbar, wenn im veränderten Text »nur« von Besatzern die Rede ist und nicht, wie im ursprünglichen Text, von Unterdrückern. Man sollte den Betroffenen schon ihre Gefühle lassen! Hiltrud Schmitz, Viersen

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 6/2024 vom 22.03.2024, Seite 62
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Als überzeugte Anhängerin der Weltgebetstage habe ich das Bedürfnis, meinen Widerspruch zum Kommentar von Michael Schrom zu äußern. Es sind schwierige Diskussionen, ich weiß, lesen Sie meine Zeilen bitte nicht als »pro-palästinensisch« oder »anti-israelisch«. Es geht mir tatsächlich um die Wahrung des Grundsatzes der Echtheit einer von Frauen eines Landes erstellten Beschreibung ihrer Lebenswirklichkeit. Eva Leonhardt, Schelklingen

Michael Schrom meint, dass die zahlreichen Veränderungen, die das deutsche Weltgebetstagsteam vorgenommen hat, gut seien. Sehr viele Frauen, die sich intensiver mit dem neuen Text beschäftigt haben, denken das genaue Gegenteil. Sehr enttäuscht war auch die palästinensische Gruppe »Wings of Hope«, deren Projekt auf der Rückseite des ursprünglichen Heftes vorgestellt wurde. Statt dessen gibt es im neuen Heft nur ein Projekt israelischer Frauen, sicher sehr sinnvoll – aber welches Signal! Waltraud Angenendt, publik-forum.de

Wo ist das Titelbild geblieben, das drei Palästinenserinnen zeigt? Es stammt von der palästinensischen Künstlerin Halima Aziz. Ihr wurde eine nie belegte Hamas-Nähe vorgeworfen. Rufmord! Und darüber hinaus: Es war bislang von keiner Seite beanstandet worden! Es wurde nun ersetzt durch das Bild eines Olivenzweiges, das die Menschen, mit denen wir beten und die symbolisch auf dem Originalbild sichtbar gemacht werden, unsichtbar macht. Peter-Michael Kuhn, Offenburg

Der Respekt vor den Palästinenserinnen hätte es geboten, die ursprüngliche Vorlage für den Weltgebetstag unangetastet zu lassen. Schließlich beziehen sich die Klagen der Palästinenserinnen auf die Zeit vor dem 7. Oktober. Und nach dem 7. Oktober geht die Unterdrückung auf der Westbank verstärkt weiter. Jürgen Leipner, Dinslaken

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