Friedhof
»Wir tun es, weil es richtig ist«


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Der Wind trägt die Geräusche der Stadt zu uns herüber: hupende Autos, Kinderlachen und das Rattern einer vorbeifahrenden Straßenbahn. Es ist viel los an diesem Tag. Doch bei dem Menschen, der gerade begraben wird, sind nur der Priester, mein Sohn Johannes und ich. Keine Angehörigen, keine Freunde, keine ehemaligen Kollegen oder Nachbarn stehen mit uns am Grab. Wenn der Priester den liturgischen Gruß »Der Herr sei mit euch« spricht – antworten nur wir zwei: »Und mit deinem Geiste«.
Wie kann man in einer Millionenstadt wie Berlin nur so alleine leben und sterben? Das frage ich mich immer wieder, wenn wir auf dem Alten Domfriedhof Sankt Hedwig in Berlin Mitte stehen. Bei etwa jeder zehnten Beerdigung auf diesem Friedhof sind keine vertrauten Menschen mit dabei. Es gibt keine Blumenkränze und keine
Georg Mesus, geboren 1954, und sein Sohn
Johannes Mesus, geboren 1984, werden benachrichtigt, wenn eine Beerdigung ohne Angehörige ansteht.
