Offenbarungseid im Schwörsaal
Ein so großes Interesse für theologische Fragen ist selten – und kostbar: Um bei einer Diskussion über Eucharistie mit Bischof Gebhard Fürst dabei sein zu können, warteten schon eine Dreiviertelstunde vor Beginn über hundert Christen vor dem Schwörsaal in Ravensburg. Rund 400 Protestanten und Katholiken drängten sich schließlich in den historischen Saal. Das Gespräch hatte einen brisanten Anlass. Denn in der »Ravensburger Erklärung« haben sich Ravensburger Katholiken und Protestanten 2017 gegenseitig zu Kommunion und Abendmahl eingeladen. Die Erklärung war von den Geistlichen der evangelischen und der katholischen Kirche in Ravensburg, dem Oberbürgermeister sowie von vielen hundert Christen unterzeichnet worden. Es war der Höhepunkt einer großen bewegenden ökumenischen Mahlfeier, bei der Tische und Bänke 400 Meter quer durch die Stadt aufgereiht waren, von der evangelischen Stadtkirche bis zur katholischen Liebfrauenkirche. Im Bistum Rottenburg-Stuttgart schwieg man zunächst. Doch nach etwa einem Jahr untersagte Bischof Fürst von katholischer Seite aus die allgemeine Einladung zur Eucharistie. Nun kam er nach Ravensburg, um sich vor Ort dem Gespräch zu stellen.
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