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Die Welt wieder zusammensetzen

Mit 26 Jahren wurde Charlotte Salomon in Auschwitz ermordet. Zuvor schuf sie ein Werk, das ihren Willen zu leben zeigt – durch Familientragödien und Verfolgung hindurch
von Anne Strotmann vom 07.04.2023
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Sorg gut dafür, es ist mein ganzes Leben.« Mit diesen Worten übergab die Künstlerin Charlotte Salomon einem Freund den Bilderzyklus »Leben? Oder Theater?«. Einige Monate später, am 10. Oktober 1943, wurde sie in Auschwitz ermordet. 26 Jahre alt war sie da und schwanger. Ihr Werk überlebte dank ihrer Voraussicht. Im französischen Exil schuf sie ihre fiktionale Autobiografie, darin nennt sie sich Charlotte Kann. 1325 Seiten füllte Salomon, Gouachen in intensiven Farben, dazu Texte. Wie in einer frühen Form der Graphic Novel schreibt sie Gespräche direkt in die Bilder. Ein »Singespiel« nennt sie das Gesamtwerk. Der Prolog erzählt von ihrer Kindheit, der jüdischen Familie und dem Aufstieg der Nazis. Im Hauptteil steht Charlottes Liebe zu »Amadeus Daberlohn«, eigentlich Alexander Wolfsohn, im Fokus. Er endet damit, dass sie ihre Heimat verlässt. Der Aufenthalt in Frankreich bei den Großeltern und der Tod der Großmutter bilden den Epilog. Viele der hinteren Seiten bestehen nur noch aus Text.

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