Der Selfie-Wahn

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Wir alle kennen die Geschichte von Narziss, dem Jüngling aus der griechischen Mythologie, der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebte, und nicht erkannte, dass er selbst das war. Er wollte sich mit seinem Spiegelbild vereinigen und ertrank. Das Thema der Selbstliebe haben Dichter, Philosophen und Psychologen seit der Antike wiederholt aufgegriffen, und auch in der Kunst ist es als Genre des Selbstporträts bekannt. Aber erst in der Renaissance rückte das Ich in den Mittelpunkt und etablierte sich zu einem gängigen künstlerischen Motiv.
Die narzisstische Selbstbeobachtung hat in der Postmoderne allerdings eine steile Veränderung durchgemacht. War früher der Spiegel oder wie bei Narziss die Wasseroberfläche das Mittel, um sein eigenes Selbst zu betrachten oder bildnerisch zu gestalten, bracht
