Der verklebte Mund der Maria
An einem Sonntag im Februar 2019 erhob Elisabeth Sikora sich von der Kirchenbank und verließ demonstrativ den Gottesdienst. Ein Gastpfarrer hatte über »die linke Wange« gepredigt und gefordert, dass Christen immer wieder verzeihen müssten. Es war der Tag, an dem in Rom die Bischofssynode zum sexuellen Missbrauch tagte und die Katholiken auf einen ernsthaften Wandel ihrer Kirche warteten. »Der Prediger hat den Missbrauch nicht mit einem Wort erwähnt«, erinnert sich Sikora. »Wieder sollten wir alles einfach hinnehmen – ohne jede Auseinandersetzung mit den Verbrechen, die da geschehen sind!« In dem Moment habe sie gewusst: »Jetzt können wir nicht mehr schweigen!« Wenige Tage später stieß die 56-Jährige aus dem sauerländischen Kierspe auf die Internetseite von Maria 2.0.
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