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Die Gesten und das Geld

Rembrandts »Samariter« zeigt, was verloren geht, wenn Barmherzigkeit zum Geschäft wird.
von Christoph Fleischmann vom 30.04.2021
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Welches sind die grundlegenden Gesten der Barmherzigkeit? Im 16. Jahrhundert wurde das Motiv des barmherzigen Samariters meist als Begegnung zwischen dem Samariter und dem Mann, »der unter die Räuber gefallen war«, gezeigt; sei es, dass der Samariter sich zu dem Mann am Boden herabbeugt und ihn versorgt oder ihn mit Kraft hochhebt. Rembrandt van Rijn hat dann in seiner Radierung von 1633 das Motiv der Übergabe des Verwundeten an den Wirt gewählt: Der Samariter und der Verletzte begegnen sich auf seinem Bild nicht. Ersterer steht vor dem Wirt und wendet dem Verwundeten den Rücken zu. Der wird von einem starken Knecht »mit links« vom Pferd gehoben und findet keinen ausreichenden Halt an ihm, sodass er sich an der Brüstung des Treppenaufgangs festhalten muss. Zwar ist der arme Mensch noch zentral in der Bildmitte, er scheint die Hauptfigur. Aber er bleibt völlig beziehungslos zu den Menschen um ihn herum. Sein Blick wandert nach links aus dem Bild und trifft niemanden.

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