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Geist & Sinn
Zorn und Liebe

Zbigniew Herberts Gedicht verbindet das Leid der Welt mit dem Leiden Jesu.
von Christian Heidrich vom 14.04.2025
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Zbigniew Herbert: Er wählte Herrn Cogito als sein Alter Ego, wenn er Distanz zu dem »ewigen ich, ich« gewinnen wollte (Foto:pa/PAP)
Zbigniew Herbert: Er wählte Herrn Cogito als sein Alter Ego, wenn er Distanz zu dem »ewigen ich, ich« gewinnen wollte (Foto:pa/PAP)

Am 14. Mai 1953 notierte der polnische Philosoph Henryk Elzenberg in sein Tagebuch: »Die Poesie kann nicht aus sich selbst heraus leben und ebenso wenig davon, was ihr das Alltagsleben liefert. Wenn sie es versucht, sind die Resultate erbärmlich. Die Poesie benötigt Ideen, Religion, Philosophie und ethische Bestrebungen; sie muss sich von einer Idee nähren und das Sprachrohr eines Denkens über die Welt sein.« Zbigniew Herbert (1924-1998), der bei Elzenberg studierte und den Philosophen zeitlebens als seinen Meister ansah, verdichtete diese Maxime. Seine Lyrik ist aus einem Stoff gewoben, zu dem die biblische Überlieferung genauso gehört wie die antike Mythologie, die Philosophie von Marc Aurel und Spinoza, die holländischen Maler des 17. Jahrhunderts, die Stücke Shakespeares.

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