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Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,

vom 14.05.2021
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ich erinnere mich noch, wie meine Oma das Mittagessen am Ostersonntag unterbrach, weil sie den Segen »Urbi et Orbi« via Fernseher empfangen wollte, der am anderen Ende der Wohnküche unbeachtet vor sich hin sendete. Nach schier endlosen Grußlitaneien in verschiedenen Sprachen kündigte eine sonore Moderatorenstimme an, der Papst werde jetzt den Segen mitsamt Ablass erteilen. Genau diesen Moment durften wir nicht verpassen, denn da wehte der Geist durch den Bildschirm. Die Corona-Pandemie hat in Kombination mit den neuen technischen Möglichkeiten die Fragen nach (Real-) Präsenz, Glaubensversammlung und medialer Vermittlung neu aufgeworfen. Christoph Fleischmann erläutert dies anhand des Streits über das digitale Abendmahl (Seite 28). Im Theologie-Ressort freuen wir uns derweil über die reale Anwesenheit des geistreichen und geschätzten Kollegen: Matthias Drobinski. Er kommt nach 24 Jahren bei der Süddeutschen Zeitung an seine alte Wirkungsstätte zurück. Herzlich willkommen!

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