Guatemala
Ein Kaffeehändler in Handschellen
Ulrich Gurtner in Handschellen – das Bild ging im März durch die Hauptnachrichten in Guatemala. Seitdem sitzt der gebürtige Schweizer in dem mittelamerikanischen Land in Untersuchungshaft. Der Vorwurf: Er soll Geld gewaschen haben. Das Fairtrade-Unternehmen Gepa und die Dachorganisation der Weltläden, das katholische Hilfswerk Misereor und die ökumenische »Action 365« haben allerdings einen anderen Verdacht: Der Kaffeehändler Gurtner sitzt aus politischen Gründen im Hochsicherheitsgefängnis Mariscal Zavala. Das Verfahren gegen ihn ist ein Schlag gegen die Kaffeebauern-Kooperative Fedecocagua, deren Geschäftsführer Gurtner ist. Alle Konten des Verbandes sind seit dem 24. März eingefroren, Fedecocagua ist seitdem zahlungsunfähig, mit dramatischen Folgen für die 23 000 meist indigenen Kleinbäuerinnen und -bauern der Kooperative, die darauf angewiesen sind, möglichst schnell ihr Geld für die gelieferten Kaffeebohnen zu bekommen.
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