Gerhard Mester
Karikaturen zwischen Karies und Karitas
Ein Don Quichotte reitet mit einem Bleistift gegen eine überdimensionale schwarze Kugel. Er wird sie nicht wegbewegen können. Vermutlich wird sein Bleistift brechen. Aber er wird wieder aufs Pferd steigen, wieder den Bleistift zücken, und irgendwann wird auch die Kugel durchlöchert sein. So wie ein kleiner Reißnagel auch einen dicken Hintern zum Platzwechsel bringen kann. Das ist die Bestimmung und die Kunst eines Karikaturisten, zumindest lässt sich die Zeichnung, die Gerhard Mester auf seine Website gestellt hat, in diesem Sinne deuten. »Karikatur« stehe im Wörterbuch zwischen »Karies« und »Karitas«, zitiert Mester zustimmend das Bonmot von Walther Keim. Seine Zeichnungen müssen wehtun, weil sie den Finger in die Wunde legen, zugleich sollten sie nicht gallig oder zynisch sein, sondern dazu dienen, die Welt ein klein bisschen besser zu machen, im Sinne der Karitas. Seit über 40 Jahren hat Mester Karikaturen angefertigt, für Tageszeitungen und immer wieder auch für Publik-Forum. Durch sein Interesse für Theologie und seinen Sinn für Soziales war er der »geborene« Begleiter für viele unserer Texte. Im Februar erschien sein Buch »Wer Ohren hat, der höre! ... Das Matthäusevangelium in Karikaturen« (edition chrismon). 120 humorvolle und scharfsinnige Zeichnungen zur Heilsgeschichte.
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