Assisi als Lehrstück für die Welt
Was sollen wir tun? Wie sollen wir leben?« Der Regisseur Wim Wenders stellt die ganz großen Fragen der Menschheit an den Beginn seines Dokumentarfilms über Papst Franziskus. Parallel dazu blickt der Zuschauer auf das kleine Dorf Assisi in den Hügeln Umbriens. Im Zeitraffer geht die Sonne auf und unter. Schon diese Eingangssequenz macht deutlich, welche enormen Erwartungen Wenders hegt. Vom heiligen Franz von Assisi, dem »Revolutionär der Menschheit«, und von dem Papst, der als Erster seinen Namen trägt und für eine »neue Brüderlichkeit« steht, erwartet sich Wenders Orientierungen in einer Welt der Ungleichheit und Gleichgültigkeit, der Lüge und der Fake-News. Wenders verwandelt das berühmte Fresco von Giotto di Bondone (1267/76-1337) von der Berufung des heiligen Franz vor dem Kreuz in San Daminiano in eine Schwarz-Weiß-Szene. Gedreht mit einer originalen Handkurbelkamera aus den 1920er-Jahren werden markante Szenen aus den Legenden des Heiligen nachgespielt. So parallelisiert er filmisch den göttlichen Auftrag an den Heiligen: »Richte meine Kirche auf«, mit dem konstruktiv-reformatorischen Handeln und Reden des aktuellen Papstes.
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