Streitfragenzur Zukunft
Muss unser Lebensstandard sinken?
Die menschliche Zivilisation steht am ökologischen Abgrund. Ein Überlebensprogramm könnte nur darin bestehen, jenen materiellen Wohlstand, der ohne Zerstörung innerhalb irdischer Grenzen verantwortet werden kann, gerecht auf alle Erdbewohner zu verteilen. Schon in seiner Schrift »Zum ewigen Frieden« hatte der Philosoph Immanuel Kant 1795 für ein Weltbürgerrecht plädiert, dessen Übertragung auf die Gegenwart bedeuten könnte, dass Gerechtigkeit nicht zwischen Staaten oder Kontinenten, sondern nur zwischen Menschen zu beschreiben ist. Dann lautet die Frage: Welcher Reichtum kann einem einzelnen Individuum maximal zustehen, ohne dass es sich mehr aneignet, als der (Welt-)Gesellschaft als Ganzes zuträglich sein kann? Ohne Anspruch darauf, den Dschungel zeitgenössischer Gerechtigkeitsdiskurse zu lichten, soll nachfolgend begründet werden, dass eine Obergrenze für die Güterausstattung einzelner Menschen unabdingbar für eine globale nachhaltige Entwicklung ist.
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Niko Paech, geboren 1960, ist außerplanmäßiger Professor für Ökonomie.
Der Wachstumskritiker vertrat von 2008 bis 2016 den Lehrstuhl für Produktion und Umwelt an der Universität Oldenburg. Seit 2016 lehrt er im Rahmen des Masterstudiengangs Plurale Ökonomik an der Universität Siegen. Niko Paech lebt ohne Auto und versucht seinen Verbrauch an Konsumgütern gering zu halten:
»Ich versuche so zu leben, wie ich rede.«
