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Texte des Jahres
Unsere Putzfrau und die Globalisierung

Seit Raluca aus Rumänien zweimal in der Woche kommt, streitet unsere Autorin nicht mehr mit ihrem Mann darum, wer putzt. Dafür ist die Globalisierung mit all ihrer Ungerechtigkeit in ihrem Wohnzimmer angekommen.
von Miriam Laumann vom 29.12.2024
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(Illustration: istockphoto/KI-Generiert)
(Illustration: istockphoto/KI-Generiert)

Als Raluca das erste Mal zu uns kam, mochte ich sie sofort. Sie hatte ein liebes Gesicht, ein hintergründiges Lächeln, sie herzte die Kinder und streichelte die Katze. Wir fanden auf den üblichen verschlungenen Wegen zueinander, die sich auftun, wenn man Ausschau nach einer Putzhilfe hält, weil zu Hause gar nichts mehr geht. Mein Mann und ich leben in einer Großstadt, sind beide berufstätig, er als Angestellter in einer IT-Firma, ich als Journalistin im Homeoffice. Wir haben drei Kinder, von denen das jüngste gerade in den Kindergarten gekommen ist. Eine meiner Freundinnen beschäftigte eine Frau aus Rumänien und fragte bei ihr nach, ob sie jemanden kenne, der Termine frei hatte. Kannte sie. Ihre Kusine Raluca, 58 Jahre alt, Mutter dreier erwachsener Kinder, Großmutter dreier Enkelchen, Tochter einer pflegebedürftigen Mutter.

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