Karl-Heinz Wiesemann
Karl-Heinz Wiesemann, katholischer Bischof von Speyer, hat seine Depressionserkrankung öffentlich gemacht. Er erzählte so offen, wie es wohl noch kein Oberhirte getan hat, über diese Zeit und wie es dazu kam. Finanzprobleme und Änderungsprozesse im Bistum, insbesondere der Missbrauchsskandal in der Kirche, erzählt Wiesemann, seien ihm so sehr an die Nieren gegangen, dass er krank geworden sei: Schlafstörungen, tiefe Ohnmachtsgefühle, Bodenlosigkeit. Auch sein Glauben und sein Rollenverständnis als Bischof standen infrage. Im Februar 2021 nahm Wiesemann dann eine siebenmonatige Auszeit, ging auch für zwei Monate in eine Klinik. Während der Krankheitsphase seien ihm seine »Schwächen und Grenzen« wie auch seine »Stärken und Kraftquellen« wieder deutlicher bewusst geworden. Diese Erfahrung habe seinen Blick stärker auf die Bruchstellen menschlichen Lebens gelenkt.
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