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»Der Kumpel kam doch aus Wittenberg«

Es müssen nicht immer große Zahlen und Promis sein: Kirchentag in der Lutherstadt, wo es fast keine Christen mehr gibt
von Bettina Röder , Katrin Schreiter vom 09.06.2017
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Tausende Helfer haben im Vorfeld geplant und organisiert, doch manchmal zeigt sich der Kirchentag in der Lutherstadt Wittenberg ganz spontan. Zum Beispiel, wenn es um gute Wünsche für ein glückliches Leben geht. »Viel Glück und viel Segen auf all deinen Wegen«, stimmten die zahlreichen sangesfreudigen Kirchentagsbesucher an, als ein frisch vermähltes Paar aus dem Rathaus kam. Kirchentag in einer säkularen Stadt, in der gerade mal 17 Prozent zur Kirche gehören. Hinter die Kirchenmauern hat er sich wahrlich nicht zurückgezogen. Und so applaudierten die Sängerinnen und Sänger, die sich zum offenen Singen auf dem Marktplatz getroffen hatten, dem Hochzeitspaar – und auch ein wenig sich selbst: »Die Kirchentagslosung, ›Du siehst mich‹ passt eben auf viele Situationen«, meinte Kerstin Langner, die aus Mainz nach Wittenberg gereist war. »Da ist es egal, ob die beiden Vermählten nun christlich sind oder nicht.«

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