In der Nachfolge des revolutionären Jesus
Bischof Antonio Ablón hat seine Hoffnungen auf Rodrigo Duterte gesetzt. Er war begeistert von dessen Ankündigung, amerikanische und kanadische Firmen, die die Bodenschätze der Philippinen ausbeuten, aus dem Land zu werfen. Er hoffte, dass es unter ihm endlich zu einer gerechten Landreform kommen würde, die die Macht der Agrokonzerne begrenzt und die Rechte der Ureinwohner stärkt. Gegen diese Ungerechtigkeit hat seine Kirche, die Iglesia Filipina Independiente (IFI), die acht Millionen Gläubige zählt und theologisch der alt-katholischen Kirche nahesteht, immer gekämpft. Dieser Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit steckt ihnen sozusagen in den Genen. Immerhin ist die IFI nicht aus theologischen Streitfragen entstanden, sondern aus der Sehnsucht nach religiöser, politischer und sozialer Freiheit. Duterte und Ablón hätten Brüder im Geiste werden können. Doch heute sagt Bischof Ablon: »Wir sind betrogen worden.« Mehr noch: der schmale 45-jährige Bischof muss um sein Leben fürchten. Er steht auf einer der Todeslisten, die im Land kursieren, um angebliche Staatsfeinde zu jagen. Zu den Drogensüchtigen, Linken und »Terroristen«, die Duterte für vogelfrei erklärt hat, kommen in jüngster Zeit vermehrt Priester und Bischöfe hinzu. Im Frühjahr forderte Duterte in seiner martialischen Sprache unverblümt: »Bringt diese Dummköpfe um. Sie sind nutzlose Dummköpfe. Alles, was sie tun, ist, nur zu kritisieren.«
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