Mit hundert in den Stadtrat
Im rheinland-pfälzischen Kirchheimbolanden ist eine Hundertjährige in den Stadtrat eingezogen. Lisel Heise will sich für die Wählergruppe »Wir für Kibo« vor allem dafür einsetzen, dass das Freibad des Ortes wieder eröffnet. Früher war die resolute alte Dame Leistungsschwimmerin; vor 97 Jahren hat sie im Freibad in Kirchheimbolanden Schwimmen gelernt. Heise, die vier Kinder, neun Enkel und fünf Urenkel hat, arbeitete jahrelang als Lehrerin. Neben dem Freibad liegt ihr auch die Jugend am Herzen. Sie möchte einen Jugendtreff zum Spielen, Unterhalten oder Musizieren einrichten. Die »Power-Oma« denkt auch größer: »Die Politik hat sich vom Humanismus zum Kapitalismus entwickelt«, kritisiert sie. Der neu erwachende Nationalismus in Europa »ist Irrsinn«, sagte die neu gewählte Stadträtin, die den Europakurs von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron unterstützt. Die Protestantin Heise ist seit Jahrzehnten in der Kirchengemeinde aktiv und besucht regelmäßig den Gottesdienst. Angst vor der neuen Aufgabe habe sie nicht, »höchstens vor dem Dummgebabbel der anderen«.
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