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Personen und Konflikte

vom 10.06.2022
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Susanne Paul, hannoversche Landesfrauenpastorin, will in ihrer Landeskirche eine offenere Auseinandersetzung mit dem Thema Prostitution voranbringen. Zwar sei eine Gesellschaft wünschenswert, »in der sich niemand Sex kaufen muss und in der kein Menschenhandel, keine Zwangsprostitution und keine Gewalt gegen Frauen existiert«, doch die Realität einer »unerlösten Welt« sehe anders aus. Zugleich gebe es Prostituierte, die sich selbst als Sexarbeiterinnen bezeichneten und betonten, dass sie ihrer Tätigkeit freiwillig und selbstbestimmt nachgingen. Eine solche Haltung sei zu respektieren, selbst wenn man sie nicht nachvollziehen könne. »Diese Frauen moralisch zu verurteilen, ihre Entscheidung für Sünde zu halten, bedeutet, ihre Würde und Selbstbestimmtheit zu verkennen.« Die Landesfrauenpastorin fordert mehr staatlichen Schutz für Sexarbeiterinnen: »Oberstes Ziel muss es sein, Gewalt und würdelose Arbeitsbedingungen zu verhindern.« Die Gesetze, die Frauen vor Zwangsprostitution und Menschenhandel schützen sollen, seien oft unwirksam, weil sich Prostitution zumeist im Verborgenen und damit außerhalb rechtlicher Handhabe abspiele. Umso wichtiger sei es, dass Freier sich verantwortlich verhielten und Verdachtsfälle von Gewalt oder Zwangsprostitution zur Anzeige brächten.

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