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Die schwierige Bibel
Starb Jesus wirklich für unsere Sünden?

Marlise Weinitschke und Hans Erich Müller fragen, wie Jesu Botschaft vom Reich Gottes zu der Aussage passt, dass er für die Sünden der Menschen geopfert wurde.
vom 11.06.2024
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»Wenn ich durch den Finger Gottes die Dämonen austreibe, dann ist die Gottesherrschaft schon zu euch gekommen.« (Lk 11,20)

»… Christus ist für unsere Sünden gestorben …« (1 Kor 15,3)

Was plagen sich Prediger am Karfreitag ab, wenn sie erklären wollen, warum Gott seinen eigenen Sohn opfern musste, um die Welt mit sich zu versöhnen und uns zu erlösen – und bleiben damit doch nur im Erklärungsmodell stecken, das Anselm von Canterbury im 11. Jahrhundert entworfen hat, um den schwierigen Bibelsatz »Jesus ist für unsere Sünden gestorben« den Menschen seiner Zeit auf dem Hintergrund der damaligen Lebenswelt zu erklären: Wie ein Feudalherr kann Gott den Menschen, die gegen ihn gesündigt haben, nicht einfach vergeben, sondern muss – in der Rechtslogik der Zeit – auf Genugtuung (satisfactio) bestehen. Weil die Menschen aber eine entsprechend hohe Ersatzleistung gar nicht hätten aufbringen können, schickt er seinen eigenen Sohn in die Welt und lässt ihn für die Sünden der Menschen sterben.

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Schlagwörter: Bibel Bibelfrage Sühnetod
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