Leipziger Studie zur »enthemmten Mitte«
Zuerst die gute Nachricht: Die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland ist in den letzten zwei Jahren nicht angestiegen. Eine deutliche Mehrheit der Gesellschaft lehnt rechtsextremes Denken und Gewalt ab. Das Vertrauen in demokratische Institutionen ist in den vergangenen zehn Jahren gestiegen. Das ist das Ergebnis der Studie »Die enthemmte Mitte« der Universität Leipzig. Doch es gibt auch eine schlechte Nachricht: Menschen mit rechtsextremer Einstellung sind deutlich gewaltbereiter als früher, so die Studie. Jeder fünfte Befragte sagt, er sei bereit, sich mit körperlicher Gewalt gegen Fremde durchzusetzen. Entwarnung kann also nicht gegeben werden. Zudem habe »die Ablehnung von Muslimen, Sinti und Roma, Asylsuchenden und Homosexuellen deutlich zugenommen«, wie der Sozialpsychologe Elmar Brähler, Mitbegründer der Studie, unterstreicht. 41 Prozent der Befragten finden, Muslimen sollte die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden. 40 Prozent finden es ekelhaft, wenn Homosexuelle sich in der Öffentlichkeit küssen. Die Umfrage erfolgte in Kooperation mit der Heinrich-Böll-, der Otto Brenner Stiftung und der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Für die »Mitte«-Studie gibt es seit 2002 alle zwei Jahre repräsentative Befragungen.
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