Personen und Konflikte
Seyran Ates, Juristin und Mitbegründerin der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, hat der Fatwa, dem islamischen Rechtsgutachten der Fatwa-Behörde in Ägypten, widersprochen. Die Fatwa-Behörde, nach der al-Azhar-Universität in Kairo die zweitwichtigste einheimische Lehrinstitution, sprach sich scharf gegen die von der türkischstämmigen Frauenrechtlerin gegründete, neue Moschee aus. Das Fatwa-Amt hatte erklärt, gemischte Gebete, die von einer Frau ohne Kopfbedeckung und einem Mann geleitet werden, verstießen gegen die Regeln des Islams und seien deshalb »nicht gültig«. In einer Erwiderung des Vorstands der Moscheegemeinde heißt es: »Wir möchten das Fatwa-Amt höflich darauf hinweisen, dass nur Allah Gebete annehmen oder ablehnen kann und dass keine Person oder Institution die Position einnehmen kann, für unseren allmächtigen Gott zu sprechen.« Auch die staatliche Religionsbehörde der Türkei, Diyanet, kritisierte die liberale Berliner Moschee und brachte sie in Verbindung mit der in der Türkei massiv verfolgten Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen.
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